GERÄTEHAUS
Gerätehaus
Gerätehaus der Feuerwehr Ottobrunn
Gerätehaus
Das erste Gerätehaus der Feuerwehr Ottobrunn
Der erste größere Umbau war fällig mit der Indienststellung eines so genannten Rüstkraft- und Mannschaftsfahrzeuges im Jahr 1955. Um den Blick auf einen benachbarten Friseursalon nicht zu behindern, setzte man den Anbau etwas in der Front zurück. Die Bauarbeiten führte die Wehr ohne große Abklärungen in Eigenarbeit durch, man sprach lange Zeit von Ottobrunns bekanntestem „Schwarzbau“.
Der nächste Umbau wurde 1959 fällig nach dem Kauf eines TLF 16. Durch die Verlängerung der Halle nach hinten konnten die beiden Löschfahrzeuge hintereinander parken. Im Lauf der Jahre traten die Nachteile des Gerätehauses immer deutlicher zu Tage: An erster Stelle standen die unfallgefährliche Enge und die Platznot. Zudem befanden sich die Fahrzeuge in einem ungeheizten Gebäude. Dadurch sprangen sie im Winter schwer an. Im Wassertank des TLF 16 hatte die Ottobrunner Wehr eine elektrische Heizung einbauen lassen. Dagegen musste bei Kälte das Wasser im LF 15 nach jedem Gebrauch sorgfältig abgelassen werden, um Frostschäden zu verhindern. Die Wartung der Pressluftatmer erfolgte bei Kameraden zu Hause. Zudem fanden die Wehmänner keine Parkplätze für ihre Fahrzeuge, wenn sie bei Alarm zum Gerätehaus eilten. Die Zeiten, in denen man in Ermangelung eines Privatfahrzeuges noch mit dem Fahrrad, Motorroller oder Motorrad kam, waren vorbei.
Nach dem Auszug der Feuerwehr im Jahr 1971 nutzte die Johanniter-Unfall-Hilfe das Gebäude einige Zeit zum Unterstellen des Rettungswagens. Bis zum Abriss des Gebäudes im Jahr 2003 diente es dem gemeindlichen Bauhof als Lager.
Gerätehaus
Das Gerätehaus an der Ottostraße
Einen städtebaulichen Akzent setzt der 18 Meter hohe Schlauchtrockenturm mit seinen Übungsbalkonen. Das schmale lang gestreckte Gebäude für die Schlauchwaschanlage verbindet den Turm mit dem Betriebs- und Wohngebäude und der seitlich anschließenden Fahrzeughalle. Im 2. Stock des Gebäudes befinden sich ein Appartement und eine Drei-Zimmer-Wohnung, die die Gemeinde an Feuerwehrmitglieder vermietet. Das Obergeschoß enthielt den Schulungsraum sowie die Kleiderkammer und ein Büro für die Vereinsverwaltung. Um einen Lichthof im Erdgeschoss gruppierten sich die Werkstatt der Gerätewarte, die Atemschutz- und die Funkwerkstatt sowie die Einsatzzentrale und der Bereitschaftraum. Hinzu kamen Sanitärräume für Frauen und Männer mit einem Duschraum. In der großen Fahrzeughalle hing die Einsatzkleidung griffbereit hinter den Fahrzeugen. Herzstück im Keller sind das Stüberl mit der Kegelbahn. Die weiterten Kellerräume dienten der Haustechnik und den Bewohnen als Abstellräume.
Das stetige Wachstum der Gemeinde brachte immer wieder neue Aufgaben mit sich für die Feuerwehr. Stück für Stück erweiterten sich die Ausstattung und der Fuhrpark. 1979 erfolgte am Öllager der Anbau einer Garage für den Kommandowagen und 1989 errichtete man auf einem Nachbargrundstück eine zweite Fahrzeughalle. Dabei handelte es sich um eine Behelfslösung, da die Einsatzkräfte auf dem Weg zu dieser Halle die Waldhornstraße queren mussten. Gleiches galt für die ausrückenden Fahrzeuge. Das barg große Unfallgefahren in sich, da diese Straße nicht nur zu den Alarmparkplätzen führt sondern auch einige Nachbargrundstücke erschließt. Die Behelfslösung musste 19 Jahre lang halten. Mit dem Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2008 wichen diese Gebäude den Neubauten.
Gerätehaus
Das neue Gerätehaus seit 2010
Das Jahr 2009 stand im Zeichen des Abrisses der alten Fahrzeughalle. An ihrer Stelle entstand der Sozial- und Werkstättentrakt mit dem großen Schulungsraum und der Einsatzzentrale. Hier fand auch die Besatzung des Notarzteinsatzfahrzeuges der Berufsfeuerwehr München ihre Unterkunft. Zeitgleich erfolgten die Sanierung und Umbaumaßnahmen im Altbau. Der Innenausbau der Gebäude und die Fertigstellung der Außenanlagen schlossen 2010 die Baumaßnahmen ab, bevor mit vielen Gästen am 31. Juli 2010 die Einweihung gefeiert werden konnte.
Neubau Wechselcontainerhalle
• 4 Stellplätze für Abrollbehälter
• Torhöhe von 5 Metern zum Aufnehmen und Absetzen der Container in der Halle
• Waschhalle mit Grube
• Werkstatt für Kfz-Wartung und Öllager
• Tankstelle mit Tank für 5000 Liter Diesel
Neubau Fahrzeughalle
• 12 Stellplätze für Einsatzfahrzeuge
• Breite 25 Meter, Länge 30 Meter, Innenhöhe fast 6 Meter
• Innen freitragend ohne Pfeiler; somit geeignet für Ausbildungen
• Schwerlast-Hochregallager an der Stirnseite für Nachschubmaterial
• Fotovoltaikanlage der Solarkraftwerke München-Land (SIMLA) e.V. auf dem Dach
Neubau Sozial- und Werkstättentrakt / Erdgeschoss
• Einsatzzentrale mit zwei Funk-Arbeitsplätzen und Stabsraum
• Alarmumkleide mit 170 Spinden und angegliedertem Sanitärbereich (Duschen und WC getrennt für Frauen und Männer)
• Schwarz-Weiß-Bereich zur Ablage verdreckter und kontaminierter Ausrüstung und Einsatzkleidung
• Atemschutzwerkstatt
Neubau Sozial- und Werkstättentrakt / Obergeschoss
• Schulungsraum mit 100 Plätzen; teilbar in 2 Räume
• Büros für Kommandant und Vereinsvorstand
• Archivraum
• 2 Ruheräume und Aufenthaltsraum für die NEF-Besatzung
• Fotovoltaikanlage der Solarkraftwerke München-Land (SIMLA) e.V. auf dem Dach
Neubau Sozial- und Werkstättentrakt / Keller
• Schlauchpflegeanlage
• Fitnessraum
• Funkwerkstatt
• Haustechnik wie Elektroverteilung, Server, Luftkompressor, Heizung
Sanierung Altbau / Erdgeschoss
• Eisen- und Vereinslager (ehemals Schlauchwäsche)
• Übungsturm (ehemals Schlauchtrockenturm)
• Lager für Einsatzgeräte
• Gerätewartbüro (ehemals Einsatzzentrale)
• Eingangshalle mit Fahnenschrank
• Bereitschaftsraum
• Großküche (ehemals Umkleide und Dusche)
• Sanitätsmaterialraum für First-Responder und Notarzt (ehemals Atemschutzwerkstatt)
• Ruheraum für Praktikant der NEF-Besatzung (ehemals Funkwerkstatt)
Sanierung Altbau / 1. Obergeschoss
• Kleiderkammer
• Jugendraum (ehemals Schulungsraum)
Sanierung Altbau / 2. Obergeschoss
• 1-Zimmer-Appartement
• 3-Zimmer-Wohnung
Sanierung Altbau / Keller
• Stüberl und Kegelbahn mit Küche
• Kleiderkammer
• Abstellräume der Mieter
• Innenhof (neu angelegt)
Gerätehaus
Notarztstützpunkt Ottobrunn
Seit dem 1. Juli 2010 ist im Ottobrunner Feuerwehrgerätehaus ein Notarzteinsatzfahrzeug der Münchner Feuerwehr stationiert – rund um die Uhr besetzt durch einen Notarzt der Klink München-Perlach und durch einen Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr München. Bislang rückte das Fahrzeug vom Krankenhaus in Altperlach aus und hatte einen weiteren Anfahrtsweg zu den Einsatzstellen im südöstlichen Landkreis. Die Entscheidung des Rettungszweckverbandes, dem Notarzt in Ottobrunn ein neues Zuhause zu geben, stellt einen enormen Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung dar.
Seit 1966 ist die Münchner Berufsfeuerwehr im Notarztdienst aktiv, zuerst nur auf das Stadtgebiet bezogen. Seit 1972 beteiligt sich der Landkreis am „Gemeinsamen Notarztdienst der Landeshauptstadt München und des Landkreises München“. Heute sorgen 11 Notarzt-Standorte für schnelle medizinische Hilfe. Von Ottobrunn aus werden vorrangig das südliche Landkreisgebiet entlang der Achsen Rosenheimer Landstraße und Hachinger Bach sowie Abschnitte der Autobahn A 8 und des Autobahnrings A 99 / A 995 abgedeckt.
Im 1. Stock des Sozial- und Werkstättentrakts erhielten Notarzt und Rettungsassistent ihre Ruheräume sowie einen Aufenthaltsraum. Dieser ist mit einer Küchenzeile, gemütlicher Sitzgruppe und Schreibtisch eingerichtet. Im Schichtdienst wechseln sich die Ärzte und Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr täglich ab. Sie haben sich im Ottobrunner Gerätehaus gut eingelebt und es entstanden vielfältige Kontakte zu den freiwilligen Einsatzkräften.
Anfangs rückte der Notarzt in Ottobrunn mit einem VW Sharan aus. Im Zuge einer Neukonzeption und Vereinheitlichung des Fuhrparks nahm die Berufsfeuerwehr München acht BMX X3 2.0 d in Dienst. Einer davon stand seit 2011 im Ottobrunner Gerätehaus. Nach zwei Jahren wurde dieser von einem BMW X3 der Fahrzeuggeneration 2013 abgelöst. Zwischenzeitlich war auch ein NEF auf Skoda Oktavia in Ottobrunn stationiert.