Die Ottobrunner Feuerwehr setzte frühzeitig auf das flexible und kostengünstige System

2026 feiert die Ottobrunner Feuerwehr einige Jubiläen. Im Lauf des Jahres stellen wir Ihnen diese auf unserer Homepage vor. Als zu Beginn des neuen Jahrtausend die Ersatzbeschaffung eines selber umgebauten Schlauchwagen anstand, und man den Bedarf für einen Lastwagen für die vielfältigen Transportaufgaben erkannt hatte, lautete die erste Idee des damaligen Kommandanten: Man nehme ein Lkw-Fahrgestell mit der von Löschfahrzeugen bekannten großen Gruppenkabine und lasse einen Kofferaufbau für die Schlauchbeladung aufsetzen. Zugleich könne man diesen auch flexibel als Lastwagen nutzen. Mit diesem Konzept war er jedoch der Zeit etwas voraus. Erst ein paar Jahre später setzte sich dieses Konzept mit der Bezeichnung GW-Logistik GW-L 2 durch. Der nächste Gedanke drehte sich um die Wechselladerfahrzeuge, wie sie einige Berufsfeuerwehren in Bayern Mitte der 1970er Jahre eingeführt hatten. Im Landkreis München gab es die ersten Wechselladerfahrzeuge bei der Feuerwehr Planegg seit 1991 und bei der FF Unterschleißheim seit 1998. Bei dem Abrollsystem zieht ein hydraulischer betätigter Haken den benötigten Aufbau auf das Fahrgestell.

So konnte im September 2001 anstelle von den beiden geplanten Fahrzeugen ein Wechsellader angeschafft werden. Das brachte nicht nur eine deutliche Kosteneinsparung, sondern legte auch die Grundlage für ein sehr flexibles und ausbaufähiges Konzept. Der wesentliche Vorteil ist, dass ein Trägerfahrzeug verschiedene Abrollbehälter transportieren kann. Den Aufbau Schlauch im Wert von damals 14.000 DM finanzierte der Feuerwehrverein. Den kompletten Innenausbau fertigten einige Kameraden zusammen mit den Gerätewarten selber an. Untergebracht wurden 2200 Meter B-Schlauch und zwei Tragkraftspritzen mit wasserführenden Armaturen. Später kamen noch Rollwagen mit Schnelleinsatzzelt und Reserveflaschen für Atemschutzeinsätze hinzu. Für die Transporte beschaffte man auch eine Mulde.

Flottenwachstum über die Jahre

Auf dem Fahrgestell des 2001 beschafften MAN FE 310 A (27.314 DFC) ist ein Ladekran der Firma Hiab aufgebaut. Dieser hat sich bei Menschenrettungen und technischer Hilfeleistung bewährt. Ständig aufgezogen ist der AB Schlauch. Innerhalb weniger Jahre kamen die Abrollbehälter Wasser 10.000 Liter Wasser und Rüstholz hinzu.

2006 stellte die Ottobrunner Feuerwehr als zweites Trägerfahrzeug einen Mercedes-Benz Actros 3346 AK 6×6 in Dienst. Eingebaut ist eine Winde mit 80 kN Zugkraft. Er transportiert den Abrollbehälter Rüst. Zwei solche Fahrzeuge im Fuhrpark sind auch deswegen sinnvoll, damit immer mindestens eines zur Verfügung steht, wenn das andere für Servicearbeiten oder Reparaturen in die Werkstatt muss. Seit 2021 steht das dritte Trägerfahrzeug in der Fahrzeughalle. Der Volvo FMX 330 zieht den Verkehrssicherungsanhänger zur Absicherung von Einsatzstellen auf der Autobahn. Der Abrollbehälter Rüst/Logistik bringt benötigtes Material zur Einsatzstelle. Des Weiteren stehen die Abrollbehälter Schaum und Strom bereit.

Der vierte Wechsellader im Ottobrunner Gerätehaus gehört dem Landkreis München. Dort stationierte man im Jahr 2023 den Scania P 410 B6x4*4 mit den beiden Abrollbehältern Tank 10.000 Liter und Besprechung für die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung. In Summe sind nun 10 Abrollbehälter in Ottobrunn vorhanden.

Gemeindeübergreifender Wechselladerverbund

Kurz nach Ottobrunn entschieden sich die Nachbarfeuerwehren Taufkirchen und Unterhaching auch für die Wechselladertechnik. Die drei Kommandanten setzten sich zusammen, um das Trägersystem aufeinander abzustimmen und für jede Wehr Schwerpunkte zu setzen. Für Ottobrunn lag er bei den Aufbauten Schlauch und Rüst. Dadurch werden doppelte Beschaffungen vermieden und Kosten gespart. Es erhöht sich die Schlagkraft zu Gunsten der Bürger. Jede Wehr kann die Container der Kollegen transportieren und sich so gegenseitig unterstützen. Besonderer Ausdruck dieses Verbunds ist der im Unterhachinger Gerätehaus stationierte Abrollbehälter Atemschutz. In ihm lagern die Reservegeräte der drei Wehren. Bei Großeinsätzen wird dieser zur Einsatzstelle nachgefordert. Dieses Konzept beeindruckte überregional so sehr, dass sich Kreisbrandinspektionen aus Bayern beim Aufbau einer landkreisweiten Ausstattung bei uns und unseren Nachbarwehren informierten.

Die Ottobrunner Feuerwehr kann vier Wechselladerfahrzeuge einsetzen. Drei gehören der Gemeinde, einer dem Landkreis München.

Mit dem hydraulisch betätigten Hakenarm wird der Abrollbehälter abgesetzt oder auf das Trägerfahrzeug aufgezogen.

Wechsellader mit Ladekran von 2001 mit Abrollbehälter Schlauch

Wechsellader von 2006 mit Abrollbehälter Rüst

Der Abrollbehälter Rüst kommt bei technischen Hilfeleistungen und Gefahrgutunfällen zum Einsatz. Die Beladung befindet sich zum größten Teil auf 11 Rollcontainern, die bequem über Rampen entnommen werden können.

Wechsellader von 2021 mit Abrollbehälter Rüst/Logistik. Dieses Fahrzeug zieht den Verkehrssicherungsanhänger

Wechsellader des Landkreises München von 2023 mit Abrollbehälter Tank 10.000 Liter

Die Flotte der damals vier Wechsellader im Verbund mit ihren neun Abrollbehältern im Jahr 2006: links FF Taufkirchen, mittig die beiden Trägerfahrzeuge der FF Unterhaching, rechts FF Ottobrunn