Im August rückte die Feuerwehr Ottobrunn zu mehreren Waldbränden aus.
Waldbrände in Ottobrunn? Wer den Verlauf der Grenzen von Deutschlands zweitdichtest besiedelten Gemeinde kennt, weiß, dass es in Ottobrunn neben dem Teil des Amalienwaldes nördlich der Bahnhofstraße nur noch wenige waldbestandene Parzellen gibt. Die großen Waldflächen am Siedlungsrand gehören zu den Nachbargemeinden. Deshalb sind Waldbrände innerhalb von Ottobrunn seit Jahrzehnten kein Thema mehr. Aber die Ottobrunner Feuerwehr steht in den Alarmplänen für die Nachbarschaftshilfe zum Wassertransport. Dafür ist sie mit den drei Löschgruppenfahrzeugen LF 16/12, LF 20 und HLF 20 (je 1600 bis 2000 Liter Wasser), dem Großtanklöschfahrzeug TLF 24/50 mit 5000 Liter Wasser, dem Abrollbehälter Tank 10.000 Liter sowie dem vom Landkreis München stationierten Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Wasser mit 8000 Litern bestens gerüstet.
Innerhalb weniger Tage rückte die Ottobrunner Feuerwehr im August 2026 bislang sechsmal (Stand 15.08.2026) mit der Alarmmeldung „Waldbrand“ in den südöstlichen Landkreis München aus.
07.08.2026 17.07 – 17.52 Uhr
Eine Rauchentwicklung südlich der B 471 im Brunnthaler Waldgebiet zwischen Gewerbegebiet und Haidstraße lautete die Alarmmeldung. Nachdem die Feuerwehr Brunnthal die Brandstelle gefunden hatte, gab sie Entwarnung an die in Bereitschaft stehenden Kräfte der Feuerwehren Hohenbrunn und Ottobrunn. Von der FF Ottobrunn waren 34 Einsatzkräfte mit den drei Löschgruppenfahrzeugen, dem Großtanklöschfahrzeug sowie zwei Wechselladerfahrzeugen mit den Abrollbehältern Wasser und Schlauch ausgerückt. Zwei weitere Kameraden besetzten in ihrer Eigenschaft als Mitglieder der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung UG-ÖEL den Wechsellader des Landkreises mit dem Besprechungscontainer.
10.08.2026 11.42 – 14.17 Uhr
Wieder lautete die Einsatzadresse Brunnthal Haidstraße. Dort brannten eine Wiese und niedriger Wald auf etwa 40 Meter Länge entlang der Straße. Bei Eintreffen der Feuerwehr war die Straße in dichten Rauch gehüllt. Von Seiten der Gudrunsiedlung griff die Brunnthaler Feuerwehr an, von Osten die Ottobrunner Feuerwehr, um seitlich eine Ausbreitung in den dichteren Bewuchs zu verhindern. Zudem sollte das Feuer nicht weiter in die gebüschbestandene Waldwiese hineinlaufen. Dabei handelte es sich weitgehend um die Fläche, die bereits 2017 abgebrannt war.
Auf Ottobrunner Seite lief der Löschangriff mit drei C-Rohren über das LF 20, das vom TLF 24/50 mit Wasser versorgt wurde. Der nächstgelegene Hydrant befand sich an der etwa 200 Meter entfernten Einmündung in die Bogenstraße. Von dort pumpte das LF 16/12 Löschwasser zum als Pufferbehälter verwendeten Abrollbehälter Wasser auf dem Wechsellader des Landkreises. Dieser versorgte wiederum das TLF 24/50. Bei den Nachlöscharbeiten unterstützte die Drohne der Feuerwehr Unterhaching. Ihr Luftbildauswerter erkannte auf dem Wärmebild die noch heißen Stellen und konnte die Einsatzkräfte über Funk gezielt dorthin lotsen. Die 24 Ottobrunner Einsatzkräfte verlegten 440 Meter B-Schlauch und 150 Meter C-Schlauch.

Die Besatzung des LF 20 baut ihren Löschangriff auf. Die Haidstraße ist zum Teil verraucht.

Zwei der C-Rohre kamen von der Straße aus zum Einsatz, um die Flammen abzulöschen.

Aufgabenverteilung im Trupp bei den Nachlöscharbeiten: ein Kamerad sucht mit der Wärmebildkamera die noch heißen Stellen am Boden und in der Vegetation, der andere Kamerad löscht diese.

Das bei der FF Ottobrunn stationierte Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Wasser des Landkreises München kam als Puffer in der Wasserförderstrecke vom Hydranten zu den Löschfahrzeugen zum Einsatz.
13.08.2026 14.03 – 15.03 Uhr
Mit dem TLF 24/50, dem LF 20 und dem Kommandowagen rückte die Ottobrunner Feuerwehr zu einem Waldbrand bei Sauerlach aus. Ottobrunn wurde alarmiert, weil die näher liegende Feuerwehr Taufkirchen bereits in einem Einsatz bei Hofolding eingebunden war. Weil die Sauerlacher Feuerwehr meldete, dass sie keine Unterstützung mehr benötigt, brachen die drei Fahrzeuge ihre Einsatzfahrt ab.
13.08. 2026 13.48 – 17.58 Uhr
Kurz vor dem Einsatz in Sauerlach waren die Feuerwehren Hofolding und Taufkirchen zu einem großen brennenden Holzstapel von etwa 50 Meter Länge am Waldrand neben der Autobahnanschlussstelle Hofolding alarmiert worden. Weil sich das Feuer dort ausbreitete, dirigierte die Feuerwehr-Einsatzzentrale die Ottobrunner Fahrzeuge von Sauerlach dorthin um und alarmierte in kurzer Folge weitere Wehren. Am Schluss waren 164 Einsatzkräfte von etwa zehn Wehren aus dem Landkreis München und eine aus dem Nachbarlandkreis Ebersberg, die Kreisbrandinspektion und die UG-ÖEL vor Ort. Anwesend waren auch THW, Rettungsdienst, Polizei, Autobahnmeisterei und Staatsforst. Auf die Nachalarmierung mit Sirene in Ottobrunn erschienen 46 Einsatzkräfte am Gerätehaus und rückten mit fast allen Fahrzeugen aus. Sie setzten acht C-Rohre ein und verlegten etwa 340 Meter B-Schlauch, 255 Meter C-Schlauch und 30 Meter D-Schlauch. Kommandant Eduard Klas erhielt in seiner Funktion als Kreisbrandmeister die Aufgabe „Abschnittsleiter Brandbekämpfung Süd“.
Das TLF 24/50 konnte mit dem Einsatz beider Wasserwerfer verhindern, dass sich das Feuer weiter in der Wiese ausbreitete. Vom LF 16/12 bauten die Ottobrunner einen Löschangriff mit mehreren C-Rohren in das hinter dem Holzstapel liegende Waldgebiet auf, um kleinere Brandstellen zu bekämpfen. Diese waren wohl durch Flugfeuer in der austrockneten Vegetation und in der Streuschicht des sehr trockenen Bodens entstanden. Gute Dienste leisteten Feuerpatschen und eine Kübelspritze, mit der Kameraden aus Arget, Hofolding und Ottobrunn gemeinsam die Ausbreitung eines Feuers auf einer abgelegenen Brandfläche in Griff hielten, bis eine Schlauchleitung dorthin verlegt werden konnte.
Als Wasserpuffer für die Ottobrunner Brandbekämpfung diente der 10.000 Liter fassende Abrollbehälter Tank. Die meisten Feuerwehren waren eingesetzt zum Wassertransport zwischen der Ortslage Hofolding und der Einsatzstelle. Diesen zu koordinieren, übertrug die Einsatzleitung einer Ottobrunner Führungskraft. Geschätzt wird, dass so weit über 100.000 Liter transportiert wurden. Auch ein Landwirt unterstützte mit seinem Traktor mit großem Wasserfass. Die Einsatzleitung forderte einen großen Radlader bei einem Unternehmen an, der den brennenden Holzstapel verteilte, was die Löscharbeiten erleichterte. Das THW Ortsverband München-Ost erschien mit ihrem Radlader. Da die Bäume am Waldrand bis hoch in ihre Spitzen abbrannten, fällte die Feuerwehr einige davon für Nachlöscharbeiten. Wegen des Einsatzes musste die Straße zwischen der Autobahnanschlussstelle und Hofolding von der Polizei gesperrt werden, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.

Bei Ankunft der Ottobrunner Feuerwehr brannte der größte Teil des Holzstapels und die Flammen breiteten sich in die Wiese und zum Wald hin aus.

Die Hofoldinger Feuerwehr setzte mehrere C-Rohre als Riegelstellung zum direkt angrenzenden Hochwald ein.

Im Wald kamen mehrere C-Rohre zum Einsatz, um kleinere Brandstellen im trockenen Gestrüpp und am Waldboden zu löschen.

Die Kübelspritze und Feuerpatschen bewährten sich zum Ablöschen von Flammen am Feuersaum in einer Lichtung.

Der Werfer des TLF 24/50 kam mehrfach zum Einsatz, um die Brandbekämpfung am Holzstapel zu unterstützen.

Die Löschangriffe der Ottobrunner Feuerwehr erfolgten über das TLF 24/50 und das LF 16/12. Der Wechsellader mit dem Abrollbehälter Tank 10.000 Liter diente als Wasserpuffer.

Zwei Radlader eines Unternehmens und vom THW Ortsverband München-Ost unterstützten die Einsatzkräfte beim Zerteilen des Holzstapels.

Standort der Einsatzleitung mit dem Einsatzleitwagen ELW 2, der im Katastrophenschutzzentrum Haar stationiert ist und der Abrollbehälter Besprechung, der von der FF Ottobrunn zu den Einsatzstellen gebracht wird.
14.08.2026 15.41 – 16.11 Uhr
Eine Meldung zu einer Rauchentwicklung führte zur Alarmierung mehrerer Feuerwehren nach Höhenkirchen Richtung Faistenhaar. Weil dort kein Brand zu finden war, gab die Einsatzleitung nach kurzer Zeit das Einsatzende bekannt und schickte die Einheiten zu ihren Standorten zurück. 18 Ottobrunner Einsatzkräfte waren beim Alarm zum Gerätehaus geeilt. 12 von ihnen rückten mit Kdow, LF 20 und TLF 24/50 aus.
15.08.2026 14.48 – 15.14 Uhr
Zu einer zwischen Brunnthal und Hofolding gemeldeten Rauchentwicklung wurde von der Ottobrunner Feuerwehr das TLF 24/50 – begleitet vom Kdow und LF 20 – angefordert. Auf der Anfahrt erhielten die neun ausgerückten Einsatzkräfte die Information, dass sie die Einsatzfahrt abbrechen und nach Ottobrunn zurückkehren können.
Die Ottobrunner Feuerwehr bedankt sich bei allen eingesetzten Kräften der Kreisbrandinspektion, von den Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizei, THW und Forstamt für die wie immer sehr gute Zusammenarbeit. Bei den Bränden hat die Polizei die Ermittlung der Ursache aufgenommen.
Die angegebenen Uhrzeiten beziehen sich auf den Zeitraum vom Alarm bis zum Einrücken des letzten Fahrzeuges. Hinzu kommen die dann umfangreichen Arbeiten, um die Fahrzeuge unverzüglich wieder für den nächsten Alarm einsatzklar zu machen. Schläuche müssen bestückt, Atemschutzgeräte und Masken getauscht, verdreckte Geräte gereinigt sowie mit Rauch und Ruß kontaminierte Einsatzkleidung getauscht werden.